Zu Besuch bei den Maasai

 

 

Familienfreundlich Kultur & Menschen Spezialinteressen

 

Blood, cows and dung

Hochgewachsen und aufrecht, eingewickelt in eine typische rote-schwarz-karierte Maasai shuka, führt uns Embayani zum enkang. Sein ganzer Körper wippt im Takt der Schritte. Selbst wenn ich die Augen schlösse, ich könnte ihn hören. Die Glöckchen an seinem Ornat bimmeln im Rhythmus. Er erbittet Einlass am Eingang der Boma, einer Ansiedlung von mehreren Maasai-Häusern. Die Menschen, die hier wohnen, sind im Normalfall miteinander verwandt oder irgendwie anders verbandelt.

Es ist früh morgens, die Sonne reckt und streckt sich gerade. Ein bisschen so wie ich, aber wir müssen früher dran sein als die Maasai. Nämlich bevor sie die Kühe und Ziegen zum Weiden raus treiben. Embayani erzählt, viel und ausführlich. Über die Bedeutung der Kühe, der Ziegen. Über die Bauweise der Hütten (ja, genau, aus Lehm und Kuhdung). Über Milch und Rinderblut. Über die Verwandtschaftsverhältnisse. Über das Erwachsenwerden bei den Maasai. Über Rituale, den Schulbesuch, die Zukunft.

Den Kopf einziehen, und schon stehe ich mitten im kraal, dem traditionellen Maasai-Haus. Meine Augen brauchen ein bisschen, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ein warmer, samtiger Geruch aus Rauch, Erde, Kuhdung und Schweiß umhüllt mich. Zwei schüchterne junge Mädchen lugen aus der Dunkelheit hervor. Jambo! Jambo! Das Rundhaus besteht aus drei kleinen Abteilen. In einem sitzen wir (hier wird auch gekocht), im zweiten steht das Bett für die ganze Familie und das dritte dient der Aufbewahrung. Why do they cook inside of the house? The smoke keeps the mosquitos away. Aja. Wir unterhalten uns, Embayani übersetzt. Die Mädels werden mutiger, lachen, ein paar Scherzen ist niemand abgeneigt.

Bevor ich die Familie verlasse, halten sie mir selbstgemachten Maasai-Schmuck unter die Nase. Ich brauche keine Armbänder aus bunten, kleinen Perlen. You are rich, you must buy. Na gut, ich gebe mich geschlagen und kauf‘ ein Bändchen für 5 Dollar. Das ist meine Art von Direkthilfe. Vermutlich kaufen sie damit Lebensmittel für die Familie. Ich denke an die Mädchen im kraal, hoffend, dass sie von den Lebensmitteln etwas abgekommen.

Kontaktieren Sie uns!